Elemente und Qualitäten: das Raster hinter den zwölf Zeichen
Die zwölf Tierkreiszeichen sind kein loses Dutzend. Sie entstehen aus zwei Rastern: vier Elementen und drei Qualitäten. Vier mal drei ergibt zwölf, und jedes Zeichen ist genau eine Verbindung.
Die vier Elemente
Die Lehre von Feuer, Erde, Luft und Wasser geht auf den griechischen Philosophen Empedokles im 5. Jahrhundert v. Chr. zurück. Die hellenistische Astrologie hat sie auf den Tierkreis übertragen; seit Ptolemäus (2. Jahrhundert n. Chr.) ist die Zuordnung im Wesentlichen gleich geblieben.
| Element | Zeichen | Grundhaltung |
|---|---|---|
| Feuer | Widder, Löwe, Schütze | Begeisterung, Antrieb, Ausdruck: erst handeln, dann prüfen |
| Erde | Stier, Jungfrau, Steinbock | Wirklichkeitssinn, Geduld, Ergebnis: was trägt, zählt |
| Luft | Zwillinge, Waage, Wassermann | Denken, Austausch, Abstand: erst verstehen, dann fühlen |
| Wasser | Krebs, Skorpion, Fische | Gefühl, Bindung, Einfühlung: erst spüren, dann entscheiden |
Die drei Zeichen eines Elements stehen im Rad jeweils 120 Grad auseinander, also im Trigon. Deshalb verstehen sie sich meist leicht.
Die drei Qualitäten
Die Qualitäten beschreiben, wie ein Zeichen mit Veränderung umgeht. Sie folgen dem Lauf der Jahreszeiten: Mit den kardinalen Zeichen beginnt eine Jahreszeit, in den fixen ist sie voll ausgeprägt, in den veränderlichen geht sie in die nächste über.
- Kardinal: in Gang setzen
- Widder, Krebs, Waage, Steinbock. Sie ergreifen die Initiative und geben eine Richtung vor.
- Fix: bewahren
- Stier, Löwe, Skorpion, Wassermann. Sie halten fest, vertiefen und bleiben dran, auch wenn es zäh wird.
- Veränderlich: anpassen
- Zwillinge, Jungfrau, Schütze, Fische. Sie vermitteln, wechseln Perspektiven und finden Übergänge.
Die vier Zeichen einer Qualität stehen im Quadrat oder in Opposition zueinander. Sie wollen dasselbe, aber auf verschiedene Weise; daraus entsteht Reibung.
Das Raster auf einen Blick
| Kardinal | Fix | Veränderlich | |
|---|---|---|---|
| Feuer | Widder | Löwe | Schütze |
| Erde | Steinbock | Stier | Jungfrau |
| Luft | Waage | Wassermann | Zwillinge |
| Wasser | Krebs | Skorpion | Fische |
Die Verteilung im eigenen Horoskop
Zählt man, in welchen Elementen und Qualitäten Sonne, Mond und Planeten stehen, ergibt sich ein erstes Temperament. Viel Feuer und wenig Erde kann bedeuten: viele Ideen, weniger Ausdauer bei der Umsetzung. Ein fehlendes Element ist keine Lücke, sondern oft ein Thema, das man im Leben bewusst suchen muss, manchmal über andere Menschen. Die Verteilung ist ein Einstieg, keine Deutung: Was die Gestirne im Einzelnen sagen, hängt von Haus und Aspekten ab.
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Texte: Yvonne Geselbracht, Dipl. Astrologische Psychologin (API), seit 2009 selbstständige Astrologin in Duisburg.