Wie ein Horoskop entsteht: Geburtsdatum, Geburtszeit und Geburtsort
Ein Geburtshoroskop ist eine Zeichnung des Himmels, wie er im Moment Ihrer Geburt von Ihrem Geburtsort aus zu sehen war. Dafür braucht es drei Angaben: Geburtsdatum, Geburtszeit und Geburtsort.
Was jede Angabe beiträgt
- Geburtsdatum
- Es legt fest, in welchen Zeichen Sonne und Planeten stehen. Die langsamen Planeten ändern sich über Monate und Jahre kaum, die Sonne etwa ein Grad pro Tag.
- Geburtszeit
- Sie bestimmt den Mond genauer (er wandert rund ein halbes Grad pro Stunde), vor allem aber den Aszendenten und damit alle zwölf Häuser. Der Aszendent rückt im Mittel etwa alle zwei Stunden ein Zeichen weiter, an manchen Tagen und Orten deutlich schneller.
- Geburtsort
- Längen- und Breitengrad entscheiden, welcher Teil des Tierkreises gerade am Horizont aufging und welcher im Süden am höchsten stand. Daraus ergeben sich Aszendent und Himmelsmitte (MC).
Ohne Geburtszeit keine Häuser
Fehlt die Uhrzeit, lassen sich Sonne und Planeten in ihren Zeichen und die meisten Aspekte trotzdem deuten. Aszendent, Himmelsmitte und die Häuser aber nicht, und damit fehlt die Antwort auf die Frage, wo im Leben sich etwas zeigt. Auch der Mond kann an einem Wechseltag in zwei Zeichen stehen. Eine „ungefähre“ Zeit wie „am Vormittag“ hilft wenig: Zwei Stunden Unterschied ergeben meist einen anderen Aszendenten.
So finden Sie Ihre Geburtszeit
In der Geburtsurkunde steht die Uhrzeit meist nicht, im Geburtenregister aber schon. Das Standesamt Ihres Geburtsorts stellt Ihnen einen beglaubigten Registerausdruck aus dem Geburtenregister aus, der alle Angaben zur Geburt enthält, auch die Geburtszeit. Beantragen dürfen ihn Sie selbst, Ihre Eltern, Kinder, Großeltern, Enkel sowie Ehe- oder Lebenspartner. Viele Standesämter nehmen den Antrag schriftlich oder online an; in Berlin kostet das erste Exemplar zum Beispiel 12 €.
Andere Quellen sind Mutterpass, Geburtsbericht der Klinik, Familienstammbuch oder Erinnerungen der Eltern. Die Angabe aus dem Register ist am zuverlässigsten.
Zeitzone und Sommerzeit
Für die Berechnung wird die Ortszeit in Weltzeit umgerechnet. Dabei zählt, ob am Geburtstag Sommerzeit galt. In Deutschland gab es sie 1916 bis 1918, wieder 1940 bis 1949 und seit 1980 durchgehend; in einigen Jahren der Nachkriegszeit galt sogar eine doppelte Sommerzeit. Gute Astrologie-Programme kennen diese Wechsel, eine Kontrolle schadet trotzdem nicht, besonders bei Geburten im Ausland.
Wie aus den Angaben das Rad wird
- Die Geburtszeit wird in Weltzeit umgerechnet und daraus die Sternzeit am Geburtsort bestimmt.
- Aus Sternzeit und Breitengrad ergeben sich Aszendent und Himmelsmitte.
- Die Stellungen von Sonne, Mond und Planeten kommen aus astronomischen Tabellen (Ephemeriden).
- Ein Häusersystem teilt den Raum zwischen den Achsen in zwölf Häuser. In der Astrologischen Psychologie nach Huber ist das die Methode nach Koch (Geburtsort-Häuser).
- Zum Schluss werden die Winkel zwischen den Gestirnen berechnet: die Aspekte.
Tierkreis und Sternbilder
Die westliche Astrologie rechnet mit dem tropischen Tierkreis. Er beginnt am Frühlingspunkt, dort, wo die Sonne zum Frühlingsanfang steht, und teilt die Sonnenbahn in zwölf gleich große Abschnitte zu 30 Grad. Die gleichnamigen Sternbilder am Himmel haben sich durch die Präzession der Erdachse seit der Antike um fast ein Zeichen verschoben (etwa ein Grad in 72 Jahren). Das ist kein Rechenfehler: Die Zeichen sind Abschnitte eines Jahreszyklus, keine Sterngruppen. Die indische Astrologie nutzt dagegen den siderischen Tierkreis, der an den Sternen ausgerichtet ist.
Was ein Horoskop leisten kann
Ein Horoskop ist eine Landkarte, keine Prophezeiung. Die Astrologie ist kein naturwissenschaftlich belegtes Verfahren; sie ist eine Symbolsprache, die beim Nachdenken über sich selbst helfen kann. Ärztlichen, psychotherapeutischen, rechtlichen oder finanziellen Rat ersetzt sie nicht.
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Texte: Yvonne Geselbracht, Dipl. Astrologische Psychologin (API), seit 2009 selbstständige Astrologin in Duisburg.